Aufzeichnung und Auswertung historisch-kulturwissenschaftlicher Rechercheprozesse in Arachne
Das Dissertationsvorhaben wird von Prof. Dr. Manfred Thaller und Prof. Dr. Förtsch betreut.
Hauptfragestellung

In der angestrebten Arbeit soll untersucht werden, ob eine anonymisierte Aufzeichnung und anonymisierte Auswertung von Rechercheprozessen in historisch-kulturwissenschaftlichen Objektdatenbanken zur automatisierten Erweiterung der Kontextualisierung bzw. evtl. daraus erzeugter semantischer Netze, genutzt werden kann.
Bei einem Großteil der heute verwendeten IR-Systeme erhält der Nutzer durch die Eingabe eines oder mehrerer Suchbegriffe eine auf diese Suchbegriffe abgestimmte Menge an Suchergebnissen.
Kontextualisierten Objektdatenbanken, wie z.B. Arachne, erlauben es dem Nutzer ausgehend von einem Objekt welches er aus seiner ursprünglichen Ergebnismenge ausgewählt hat zu den mit diesem Objekt verknüpften (kontextualisierten) Objekten zu navigieren. Dieses Browsen oder Navigieren in den Kontexten ist dabei integraler Bestandteil des Rechercheprozesses und kann schließlich dazu führen, dass der Nutzer zur Anzeige von Objekten gelangt, welche die ursprünglich bei der ersten Suche eingegebenen Suchbegriffe überhaupt nicht mehr enthalten, also nicht Teil der eigentlichen Ergebnismenge waren.
Dennoch ist zu erwarten, dass diese Objekte in einem gewissen Maß mit den Suchbegriffen in Zusammenhang stehen und eine detailierte
Aufzeichnung der Nutzerbewegung Rückschlüsse auf das Maß an Übereinstimmung der Suchbegriffe mit dem angezeigten Objekt zulässt.
Am Beispiel der Objekt- und Bilddatenbank Arachne sollen diese Zusammenhänge mit Hilfe einer detailierten Aufzeichnung von Rechercheprozessen untersucht werden.
Vorgehensweise
Um abschätzen zu können, ob die Rechercheprozesse der Nutzer von kontextualisierten Objektdatenbanken eine für die angestrebte Untersuchung hinreichende Tiefe besitzen, wurden in einem ersten Testlauf die Benutzerbewegungen in der Objekt- und Bilddatenbank Arachne über einen begrenzten Zeitraum anonymisiert aufgezeichnet.
Die Ergebnisse zeigten, u.a. dass im Testzeitraum bei über 25% der Sitzungen mehr als 10 Datensätze angezeigt wurden.
Dieses und weitere Testergebnisse ließen den Schluss zu, dass die Rechercheprozesse ein ausreichend vielversprechende Tiefe für die angestrebte Untersuchungen besitzen. Die bisherigen Ergebnisse konnten u.a. im April diesen Jahres auf der CAA2009 in Williamsburg einem internationalen Fachpublikum vorgestellt werden.
Der mit der Umstellung auf Arachne 3.0 seit Anfang des Jahres zu beobachtende Anstieg der monatlichen Besucherzahlen verspricht zusätzlich eine ausreichend breite Datenbasis zu erzeugen.
Die Implementierung des sog. Usertrackings in Arachne 3.0 befindet sich derzeit im Gange. Sobald diese Mitte des Jahres fertiggestellt sein wird, können die Benutzerbewegungen anonymisiert aufgezeichnet und anschließend untersucht werden.






